Vorletzte Woche hatten wir einen besonderen Vortrag im Waldkindergarten: Claudia Schmidkunz hat uns einiges über das Malspiel nach Arno Stern erzählt.

Dass wir Individuen sind und doch verbunden, das erkennen wir fast täglich, wenn wir unsere Kinder sehen. Sie haben optische Ähnlichkeit und auch ihre Wesenszüge sind uns sehr ähnlich. Häufig hört es hier jedoch auf. Verbindungen zu Menschen, die nicht mit uns Verwandt sind, nehmen wir kaum war. Und doch gibt es sie. Manche fühlen sich im Geist miteinander verbunden und manche erkennen die Ur-Archaischen Verbindungen zwischen allen Völkern/ Menschen. So wie Arno Stern.

Mehr oder weniger zufällig hat Arno Stern herausgefunden, dass alle Kinder (vor Schuleintritt) dieselben „Symbole“ malen. Sogar Kinder, die noch nie zuvor gemalt haben. Er reist bereits in den 50igern in die entlegendsten Gebiete dieser Erde um diese Theorie zu beweisen, um zu sehen, ob Kinder dieser „Spur“ folgen. Und er hatte Erfolg. Daraus entwickelte er sein Malspiel. Diese „Symbole“, die alle Kinder malen, nennt er Formulation.

Besonders beeindruckend am Malspiel – finde ich – ist das wertfreie Malen. Kein Bild wird besprochen, behandelt, bewertet, betrachtet von 1-10 Menschen, interpretiert, für schön oder lustig befunden. Es bleibt am Malort. Unkommentiert. Und genau so sollte der Alltag mit unseren Kindern aussehen: Kein Bewerten, Lenken und Vorsagen. Einfach mal da sein, Präsent sein, Dienen. Ohne Anspruch, ohne Erwartung. Und dann werden wir überrascht sein, wie viel Zufriedenheit so eine Präsenz in uns auslöst.

Dieses Malspiel hat mich zutiefst berührt und ich kann nur empfehlen, den Versuch zu wagen, 1 Jahr lang, 1x die Woche an einen Malort zu gehen – z.B. zu Claudia Schmidkunz in München, Trudering – um die eigene Spur wieder zu finden.

http://www.arnostern.com/de/